Griechenland
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Neben den Schätzen der antiken griechischen Hochkultur bietet Griechenland biblische Orte von herausragender Bedeutung, an denen Sie die Stationen der Missionsreisen des Apostels Paulus hautnah erleben können:
In Philippi gründete Paulus auf seiner zweiten Missionsreise etwa im Jahr 50 die erste christliche Gemeinde in Europa. Lydia aus Thyatira hörte den Apostel und daraufhin»öffnete der Herr ihr das Herz für die Botschaft, die Paulus verkündete«. Nachdem Paulus einer Wahrsagerin einen Dämon ausgetrieben hatte, ließen einige Bewohner der Stadt Paulus und seinen Gefährten Silas ins Gefängnis werfen. Dann überstürzten sich die Ereignisse: Ein Erdbeben erschütterte das Gefängnis, der Gefängniswärter kam zum Glauben und schließlich entschuldigten sich die Amtsdiener bei Paulus und Silas sogar für die Gefangennahme und das öffentliche Auspeitschen (Apostelgeschichte 16,12–40).
Bedeutsame Sehenswürdigkeiten sind das römische Forum, Überreste der Via Egnatia sowie mehrere Ruinen alter Kirchen, von denen teilweise noch Mauerreste oder Mosaikfußböden erhalten sind. Eine Art Kellergewölbe, das man direkt an der Straße gefunden hat, gilt als das Gefängnis des Apostels Paulus.
Gut einen Kilometer nördlich des antiken Ortes gibt es eine Kapelle mit Taufstelle, idyllisch an einem Bach gelegen, die daran erinnert, dass sich Lydia und ihre Familie als erste Europäer taufen ließen.
Thessalonich ist aus der Bibel bekannt, weil Paulus zwei Briefe an die dortige Gemeinde schrieb. Heute heißt die makedonische Stadt Thessaloniki, ihr Wahrzeichen ist der Weiße Turm. Dieser wurde erst im 16. Jahrhundert von den Türken zur Verstärkung der Seemauer erbaut. Die Stadt, die im Jahr 315 v. Chr. gegründet wurde und heute mit ihren Vororten eine Million Einwohner hat, birgt jedoch Sehenswürdigkeiten aus viel älterer Zeit.
Die zahlreichen Kirchen aus frühchristlicher und byzantinischer Zeit haben die UNESCO 1988 dazu veranlasst, Thessaloniki in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen. Eine der schönsten Kirchen ist die Panagia Chalkeon, sie befindet sich ganz in der Nähe des römischen Forums.
Die Stadt selbst wiederum wird von einer Zitadelle überragt, dem sogenannten Siebenturm. Das ummauerte Kastro-Viertel kann durch eines der mittelalterlichen Tore betreten werden und hat einen sehr dörflichen Charakter. Es bietet einen herrlichen Ausblick auf die Stadt, das Meer und bei klarer Sicht sogar bis zum 80 Kilometer entfernten Olymp.
Paulus predigte auf seiner zweiten Missionsreise an drei Sabbaten in der Synagoge von Thessalonich und »zahlreiche gottesfürchtige Griechen sowie viele angesehene Frauen« bekehrten sich (Apostelgeschichte 17,4). Kurzfristig wurden Paulus und Silas auch hier festgenommen, kamen aber schnell wieder frei und reisten weiter. Die beiden Briefe des Paulus an die Thessalonicher haben die Wiederkunft Christi zum Hauptthema und enthalten einige persönliche Ratschläge und Ermutigungen, aber auch Warnungen des Apostels. Sie wurden um 50 n. Chr. verfasst, wahrscheinlich als Paulus in Korinth war.
Die eindrucksvollste Sehenswürdigkeit des antiken Korinth ist sicherlich der Kanal, der direkt nördlich des Hafens der modernen Stadt (36.000 Einwohner) auf einer Länge von 6 Kilometern eine Landenge regelrecht durchschneidet. Diese Landenge verbindet das griechische Festland mit der Halbinsel Peloponnes. Die Steilwände der Felsen, in die der schmale Kanal von Korinth in den Jahren 1881 bis 1893 gegraben worden ist, sind überwältigend! Bis zu 84 Meter tief haben sich die Arbeiter damals ins Gestein gegraben, um dem Schiffsverkehr den 400 Kilometer langen Umweg um den Peloponnes zu ersparen. Bemerkenswert sind die absenkbaren Brücken an den Enden des Kanals, sie können bei Bedarf unter Wasser versenkt werden. Die geringe Breite des Kanals von etwas über 20 Metern erlaubt aber nur die Passage kleinerer Schiffe, und so hat er heute an Bedeutung für die Schifffahrt verloren – nicht aber für den Tourismus!
Paulus lebte einige Zeit in Korinth (Apostelgeschichte 18,1–18) und schrieb die beiden Korintherbriefe an die dortige Gemeinde.
Athen ist die Hauptstadt Griechenlands und hat 730.000 Einwohner. Die Stadt ist seit 5000 Jahren kontinuierlich bewohnt und damit sicher eine der ältesten Siedlungen Europas.
In der Bibel spielt Athen nur eine Nebenrolle, die Begebenheit, die sich dort ereignete, zeigt aber sehr deutlich, wie die Botschaft des Apostels Paulus mit der griechischen Philosophie aufeinanderprallte: Paulus war erschüttert über die vielen Götzen, die er überall in der Stadt sah. Er ging in die Synagoge, um mit den Juden und den gottesfürchtigen Nichtjuden zu reden, und sprach außerdem täglich auf dem Marktplatz zu allen, die sich gerade dort aufhielten. Erd durfte darüber hinaus auch vor dem Rat der Philosophen sprechen und predigte ihnen von dem ihnen »unbekannten Gott«, den sie an einem ihrer vielen Altäre verehrten. Nach der Versammlung fanden einige zum Glauben, z.B. Dionysius und Damaris (Apostelgeschichte 17,15–34).
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